Anton Paul hatte im April die großartige Möglichkeit sich direkt im Nachwuchsprogramm vom UCI WorldTour Team Visma | Lease a Bike vorzustellen. Die Mannschaft hatte zu Jahresbeginn ein Bewerbungsverfahren für die sogenannten Future Bees Talent Days ins Leben gerufen mit dem Ziel junge Kletter-Talente (Bergfahrer) zu finden, da diese bei den im Prinzip ausnahmslos flachen Amateur- und Nachwuchsrennen in Europa kaum zu identifizieren sind. Das Projekt ist Teil der Talentförderung, um zukünftige Radsport-Stars frühzeitig zu erkennen. Die Talente mit den überzeugendsten Bewerbungen wurden dann zu den Talent Days in den belgischen Ardennen eingeladen. Anton war hierbei einer der auserwählten aus ganz Europa.
Nach einer kurzen Besprechung und der Vorstellung des Nachwuchsprogrammes von Team Visma | Lease a Bike galt es für die jungen Sportler standardisierte Tests an bestimmten Ardennen-Anstiegen zu fahren. Hierbei wurde die Zeit gestoppt und vorher gab es natürlich ein obligatorisches Wiegen, um genaue Daten erfassen zu können. Antons starke Leistungen stießen auf eine sehr positive Resonanz und bestätigten ihm auf dem richtigen Weg zu sein. Er hatte einen super Tag.
Die besten Talente erhalten die Chance, in die Trainingspyramide des professionellen WorldTour-Teams aufgenommen zu werden. Hierzu gab es sehr interessante Einblicke. Gegensätzlich zu anderen Sportarten gibt es im Radsport gemessen an der Größe eines WorldTour-Teams (28-30 Fahrer) zu wenig Nachwuchsfahrer. Dieses wird noch verschärft durch die UCI-Regeln, welche die Plätze für die Nachwuchsmannschaften limitieren in der U23 mit 14-15 Plätzen pro Team und in der U19 mit 12-13 Fahrern pro Team. Das Team Visma | Lease a Bike wünscht sich hier im Gegensatz vielmehr eine wirkliche Pyramide mit einer breiten Nachwuchsgruppe und dem WorldTour-Team als Spitze und nicht umgekehrt, wie es derzeit die Realität ist. Positiv ausgedrückt sollte dieses allen Nachwuchsfahrern Mut machen, die nicht direkt einen der wenigen Plätze in den großen Nachwuchsmannschaften ergattern. Das ist gar nicht entscheidend. Die WorldTour Mannschaften wollen darüber hinaus neben dem eigenen Nachwuchsteam viel breiter sichten und auch U17 Fahrer hinzunehmen bzw. bei den Frauen ab der U19.
Liebe Nachwuchsfahrer, habt also Selbstvertrauen und wer sich ernst nimmt hat mehr Chancen als man denkt. Selbst wenn es nicht gleich mit dem ersten großen Nachwuchsteam klappt. Wir hoffen auf viel Inspiration für andere Kinder und Jugendliche aus Hannover und zu sehen, was auch hier ausgehend von vor Ort mit der Radsportgemeinschaft Hannover e.V. alles möglich ist. Unsere Kontakte um weiterzukommen sind vorhanden.
Für Anton war das Ganze auch noch einmal sehr besonders, da er durch einige gemeinsame Ausfahrten in der Region Hannover zusammen mit Grischa Niermann, dem Sportlichen Leiter vom Team Visma | Lease a Bike, schon eine sehr persönliche Verbindung zum Team hat. So gab es bei der Begrüßung auch gleich ein Selfie von Vincent Laporte, dem Organisator und Datenanalysten des Teams, mit Anton, welches Vincent gleich an Grischa nach Hannover schickte. So hatten wir direkt eine sehr gelöste Stimmung und einen guten Austausch.
Überhaupt ist die Saison für Anton bisher sehr gut angelaufen. Beim Airfield Race, auf dem alten Rollfeld des inzwischen stillgelegten Flughafens Berlin-Tempelhof, konnte Anton bereits nach wenigen Kurven alle seine Mitstreiter abschütteln und mit kontinuierlichem Ausbau seines Vorsprunges einen souveränen Solo-Sieg in der U17 feiern. Dabei vermochte es auch eine sehr geschlossene Mannschaft des SC Berlin mit sechs Fahrern an der Spitze dahinter ihn nicht mehr einzuholen, nahezu in der Besetzung ihres Mannschaftsvierers auf der Bahn. Vorbei führte die Rennstrecke am ausgestellten Rosinenbomber und auch die zeitgleich stattfindende Fahrradmesse VELOBerlin sorgte für viel Flair und reichlich Publikum an der Strecke.
Eine echte Herausforderung war die Landesmeisterschaft Straße auf dem in diesem Jahr wieder mal im Prinzip komplett flachen Kurs in Melle-Gesmold. Durch das gemeinsame Rennen der U17 mit den Masters 2 als große Kraftpakete im Flachen, war das Rennen sehr schnell und das Feld blieb erst einmal sehr kompakt zusammen. Alle Ausreißversuche kamen nicht wirklich weg. Dennoch gelang es Anton drei Runden vor Schluss das gesamte Feld in kleinere Gruppen auseinander zu fahren. Zunächst kurz Solo unterwegs, vermochten vier Verfolger mit Nikita Liebhaber gemeinsam die Lücke zu Anton zu schließen. Diese Gruppe wurde dann auch nicht mehr eingeholt. Anton vermochte im Ziel den Sprint vor Nikita zu gewinnen, so dass es einen RSG-Doppelsieg gab.
Die am darauffolgenden Sonntag stattfindende Landesmeisterschaft Berg in Osnabrück-Darum war für Anton wenig fordernd und er schnappte sich mit einem souveränen Solo am Ende den Favoritensieg.
Der Sprint gegen Nikita sorgte bei Anton für einen neuen 5 Sekunden Bestwert und die Solo-Flucht in Berlin trotz längerer Renndistanz und vieler Kurven (welche die Leistung drücken) für eine neue Bestmarke über 20 Minuten. Das war sehr hilfreich für weitere Bewerbungen von ihm wie im Nachwuchsprogramm vom Decathlon CMA CGM Team aus der UCI WorldTour, wo Anton auch die nächste Runde im Bewerbungsprozess erreicht hat. Dort wurde er für seine sehr detaillierte und eine der am besten durchdachten Bewerbungen gelobt. Wer hierbei Unterstützung benötigt, wie man so etwas am besten schreibt bzw. welche Inhalte relevant sind, kann sich gerne melden. Hier haben wir ein großes Wissen aufgebaut, was Profiteams benötigen und was in der Ausbildung von Jugendfahrern wichtig ist.





