Site Loader

30.06.2019 Die Deutsche Profi Rad Meisterschaft Straße fand in diesem Jahr auf und um die Moto GP Strecke vom Sachsenring statt. Die Radsportgemeinschaft Hannover wurde bei dieser Austragung diesmal einzig durch Stefanie Paul vertreten die mit einer starken Leistung aufwarten konnte.

Der Kurs war deutlich schwerer als erwartet und die vielen Höhenmeter schlugen sehr ins Gewicht. Das exakt 100 km Rennen der Frauen bestand aus 7 langen Runden mit 12,9 km (davon ca. 8 problematische km auf derselben Straße hin und zurück sowie 3,6 km auf der „Moto GP Rennstrecke“ vom Sachsenring) und 3 kurzen Schlussrunden à 3,6 km ausschließlich auf dem Sachsenring.

Die lange Straße aus dem Sachsenring heraus beinhaltete einen langen Anstieg und eine giftige Bergkuppe auf dem Weg zurück. Die „Moto GP Rennstrecke“ hatte ebenfalls einige giftige Anstiege.

Die schwierige und schnelle Abfahrt auf dem Weg zurück zum Sachsenring sowie in beiden Richtungen kritisch enge Ein- und Ausfahrten auf die „Moto GP Rennstrecke“ machten das Rennen zudem fahrtechnisch äußerst anspruchsvoll. Das kam Stefanie aber als Cross-Spezialistin mit ihrer Fahrtechnik sehr entgegen. Insbesondere die Ausfahrt vom Ring auf einen schmal asphaltierten Fußweg und noch durch ein schmales Tor verursachten übele Staus, wenn die Fahrbahn von breit „plötzlich“ extrem schmal ist. Während die Spitze fährt wird hinten gestanden und macht das Rennen hinten extrem hart, weil es gleich mit Rückstand in den langen Anstieg ging.

Einen guten Eindruck zur Strecke bekommt man in der Aufzeichnung der Fernsehübertragung.

Zudem wurde Aufgrund der Problematik mit derselben Straße hin und zurück zum Sachsenring eine 2 Minuten Karenzzeit eingeführt, damit sich keine Fahrer und Begleitfahrzeuge entgegenkommen sollten. Jeder Fahrer oder Feld, dass 2 Minuten hinter die Spitze geriet wurde rigoros herausgenommen. Das befeuerte das Rennen zusätzlich, weil es kein taktieren gab, sondern jedem sofort hinterhergefahren werden musste. Kritik an den Umständen der Meisterschaft gab es so reichlich.

Hinzu kam eine unglaubliche Hitze die den Renntag noch schwerer machte. Selbst beim Start der Frauen um 8 Uhr waren es schon 25 °C und die Strecke bot im Prinzip keinen Schatten. Es wurde schnell heißer und heißer und eine echte Hitze-Schlacht auf dem Asphalt.

Bei dem schweren Rennen war so schon bei den Frauen nach der 1. Zieldurchfahrt/Runde das halbe Feld der ca. 80 Fahrerinnen aus dem Rennen (Live-Ticker 8:23 Uhr). Im Männerrennen mit ca. 200 Startern erreichten nur 15 Fahrer das Ziel bzw. bestritten die letzten Stunden. Etliche gestandene Profis wie Jasha Sütterlin (Movistar Team), Christian Knees (Team INEOS), Rick Zabel (Team Katusha Alpecin) und Lennard Kämna (Team Sunweb) etc. fielen aus der 2 Minuten Regel.

Beide Rennen waren ein rasches Ausscheidungsfahren. Das erzwungene Vollgas-Rennen kam Stefanie entgegen. Sie fuhr stark vorne mit, raste in den Abfahrten nach vorne und hielt sich klug im Feld um den kritischen Staus an den Engstellen aus dem Weg zu gehen. Bei den entscheidenden Attacken war sie wachsam dabei. Ein wirklich perfektes Rennen von Stefanie. Das Feld sortierte sich zu einer 20-Köpfigen Spitzengruppe die das Rennen unter sich ausmachen sollte und so auf die finalen 3 kurzen Runden auf dem Sachsenring kam. Dahinter nur noch eine kleine 3er Gruppe gerade noch in der Karenzzeit. Der Rest ausgeschieden.

Sozusagen auf dem Zielstrich zu den 3 letzten kleinen Runden passierte Stefanie beim Schalten das Malheur, dass ihre Ketten vom vorderen Kettenblatt sprang und sie anhalten musste um sie wieder aufzulegen. So war sie mit Rückstand aus dem Windschatten der Spitzengruppe heraus dann ohne Chance diese im schnellen Finale wieder zu erreichen. Damit kam sie über Platz 20 nicht hinaus. Den Sprint & Titel bei den Frauen gewann die Allgäuerin Lisa Brennauer (WNT-ROTOR Pro Cycling).

Das Rennen der Männer verlief im Prinzip nach demselben Schema. Nur nach dem dort das Feld ebenso dezimiert war, konnte das Team BORA – hansgrohe im letzten Renndrittel seine einseitige, zahlenmäßige Übermacht überlegen ausspielen. Neben dem Sieger Maximilian Schachmann stellten sie das komplette Podium.

Stefanie war jedenfalls unglaublich zufrieden, was ihre Beine in dem Rennen geleistet hatten. All die Attacken und Anstiege hatten sie ihre Beine nicht im Stich gelassen und sie war bei der entscheidenden Selektion im Rennen dabei gewesen bei dieser Hitze-Schlacht. Diese Freude überwog das unglücklich verpasste noch bessere Ergebnis.

Allein dieses sehr spezielle Rennen bis zum Ende zu überstehen, war überhaupt erst einmal das Ziel jedes Fahrers vor dem Start und alle entsprechend nervös.